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Wir begrüßen Madlen Klarhorst als neue kommissarische Schulleiterin an unserem Grundschulverbund.


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September 18. 2017 12:36:06 Login

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Förderkonzept

I Förderkonzept 
Das neue Schulgesetz hat die individuelle Förderung in der schulischen Arbeit noch stärker in den Mittelpunkt gerückt und dies durch Zuweisung von zusätzlichen Lehrerstunden untermauert. Diese veränderte Lage erfordert eine Umgestaltung des bisherigen Förderkonzeptes.
 
Das Förderkonzept der Grundschule Schötmar-Holzhausen besteht aus vier Bausteinen:
 
1. Förderung im Rahmen der Stundentafel gemäß den Richtlinien und Lehrplänen des Landes,
2. Förderung im Rahmen der Integrationshilfen für ausländische und ausgesiedelte Schülerinnen und Schüler,
3. Förderung im Rahmen der Zuweisung über den Sozialindex (besondere Förderung) und
4. Förderung in Zusammenarbeit mit außerschulischen Trägern oder Personen.
 
Die Vernetzung dieser Bausteine, also die Vernetzung vorhandener Erfahrungen und vorhandenen Wissens ebenso wie die Vernetzung verschiedener Personen und Institutionen, ist entscheidend für die dauerhafte Verankerung und nachhaltige Wirkung individueller Förderung. Hierzu wird die Kooperation zwischen innerschulischen und außerschulischen Partnern weiter ausgebaut, um die Einbeziehung aller Kooperationspartner in den Förderprozess zu gewährleisten und noch intensiver nutzen zu können. 
 
Die Arbeit mit individuellen Förderplänen ist an unserer Schule bereits seit dem Schuljahr 2005/2006 ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit, mit dem Ziel, Misserfolge zu vermeiden und Schülerinnen und Schüler in ihrer Lernentwicklung zu ermutigen, aber auch Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen in Ihrer Lernentwicklung zu fördern.
 
Individuelle Förderung setzt einen individuellen Förderplan voraus. Ausgehend von einer fundierten und qualifizierten Diagnostik werden Förder- und Entwicklungspläne aufgestellt und evaluiert. Die Lernfortschritte werden kontinuierlich überprüft und Förderziele neu festgelegt.
Da die Förderung an dem jeweiligen Entwicklungsstand des einzelnen Kindes ansetzen muss, ist eine fundierte Diagnostik für jedes einzelne Kind durch 
o eine gezielte Schülerbeobachtung sowie 
o eine gezielte Lernstandsfeststellung
unabdingbar und Voraussetzung für die Aufstellung eines Förderplanes. Neben standardisierten und informellen Testverfahren, evtl. Elterngesprächen, Anamnese sowie der Auswertung von Arbeitsprodukten ist die systematische Beobachtung eine wesentliche Informationsquelle für die Erstellung eines individuellen Förderplanes.
 
 
 
II Förderkonzept in der Schuleingangsphase 
Ziel der Schuleingangsphase ist es, allen Schülerinnen und Schülern, auch denen mit schlechterer Lernausgangslage, mit Hilfe der sozialpädagogischen Förderung einen guten Einstieg in den schulischen Werdegang zu ermöglichen. Für das Lernen in der Klasse, im Förderunterricht und vor allem im klassenübergreifenden „Förderband“ ist eine Feststellung der Lernausgangslage eines jeden Kindes notwendig.
 
1. Eingangsdiagnostik
Da die Förderung an dem jeweiligen Entwicklungsstand des einzelnen Kindes ansetzen muss, ist eine fundierte Diagnostik für jedes einzelne Kind durch 
o eine gezielte Schülerbeobachtung sowie 
o eine gezielte Lernstandsfeststellung
unabdingbar und Voraussetzung für die Aufstellung eines Förderplanes. Eine schulische adäquate Förderung wird erst durch eine genaue Analyse des Entwicklungsstandes möglich. 
 
Während einer intensiven Beobachtungszeit von ca. 4-6 Wochen in der Klassensituation, der Kleingruppe oder auch in einer Einzelsituation erfolgt eine Einschätzung der Fertig- und Fähigkeiten der einzelnen Kinder nach folgenden Diagnoseverfahren:
 
 
1.1. Diagnostik im Bereich Schriftspracherwerb
Phonologische Bewusstheit bei Kindergartenkindern und Schulanfängern (Reinhardt Verlag)
Gruppentest zur Früherkennung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten (Barth/Gomm)
o als Gruppentest mit der halben Lerngruppe durchzuführen
o Dauer ca. 45 Minuten
o als Grobüberprüfung sehr gut geeignet für alle Kinder, (genauere Abprüfung bei ermittelten Risikokindern durch „Rundgang durch Hörhausen“ empfehlenswert)
 
Der Rundgang durch Hörhausen (Auer Verlag)
Diagnose und Förderung im Schriftspracherwerb
Erhebungsverfahren zur phonologischen Bewusstheit
o Einzeltestverfahren (Dauer ca. 45 Minuten)
o einzusetzen zu Beginn des 1. Schuljahres
o zeitaufwändig, daher in erster Linie zur genauen Abklärung einzusetzen
o sehr aussagekräftig und sehr hilfreich für eine gezielte Förderung im Bereich phonologische Bewusstheit (nach heutigem Erkenntnisstand die wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreich verlaufenden Schriftspracherwerb)
o gezielt können frühzeitig bei den Risikokindern fehlende Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb herausgefiltert werden
 
 
1.2. Diagnostik im Bereich Mathematik
Beobachtungsbogen zur Bestimmung der Lernausgangslage Mathematik 
 
Flex und Floh, Lehrerhandbuch 
o als Gruppentest mit der halben Lerngruppe durchzuführen
o Dauer ca. 45 Minuten
o Beobachtungsaspekte sind: mengen- und zahlenbezogenes Vorwissen, Seriation, Zählkompetenz, Gedächtnis, räumliche Vorstellung, Raum Lage Beziehung, Sprachkompetenz, Aufgabenverständnis
o als Grobüberprüfung sehr gut geeignet für alle Kinder; genauere Diagnostik bei ermittelten Risikokindern durch „Beobachtungsmodell von Basiskompetenzen der AG „Rechenschwäche“ des Kreises Lippe empfehlenswert
 
Zahlenwerkstatt, Welt der Zahl (Schroedel)
Arithmetische Vorkenntnisse von Schulanfängern)
o Gruppentest von 6-8 Kindern
o Dauer ca. 25 Minuten
o als Grobüberprüfung sehr gut geeignet für alle Kinder; genauere Diagnostik bei ermittelten Risikokindern durch „OTZ“ empfehlenswert
OTZ (Hogrefe-Verlag, Testzentrale)
Osnabrücker Test zur Zahlbegriffsentwicklung
o Einzeltestverfahren, Dauer ca. 25 Minuten
o geeignet für Kinder im Alter von 4;6 bis 7;6 Jahren
o einzusetzen für Kinder mit Lernbeeinträchtigungen zur genauen Abklärung 
o zuverlässige Erfassung der Zahlbegriffsentwicklung  
o für eine gezielte Förderung im Bereich der Pränumerik und der Zahlbegriffsentwicklung 
o auch für Kinder mit Migrationshintergrund und/oder mangelndem Sprachverständnis geeignet
o Testversion A und B zum evtl. nochmaligen Überprüfen
 
EmBi, Elementarmathematisches Basisinterview, (Mildenberger Verlag)
Peter-Koop/ Wollring/ Spindeler/ Grüßing
o Kindgemäßes Diagnoseinstrument zur Erfassung individueller Leistungsstände, fachrelevanter Vorerfahrungen und Denkweisen von Kindern für den vorschulischen Bereich und die beiden ersten Jahrgangsstufen 
o Einzeltestverfahren anhand eines Interviews 
o Bereiche 
Zählen
Stellenwerte
Strategien bei Addition, Subtraktion 
Strategien bei Multiplikation und Division
o Auch für leistungsstarke Kinder einzusetzen
 
Beobachtungsmodell von Basiskompetenzen (AG „Rechenschwäche“ des Kreise Lippe) 
o Gruppentest von 6-8 Kindern
o Bereiche:
Motorik
visuelle und auditive Wahrnehmung
Pränumerik
Sprachverhalten
Arbeitshaltung / Aufgabenverständnis
Sozialverhalten
 
Das praxisorientierte Verfahren ist als Unterrichtseinheit zu sehen und vermittelt eine genaue Lernstandsanalyse in den ersten vier Wochen. Es wird dann eingesetzt, wenn bei Kindern in mehreren Bereichen Entwicklungsverzögerungen auftreten. 
 
 
1.3. Weitere Diagnoseverfahren im Laufe des 1.Schulhalbjahres
Bausteine zum Überprüfen der Lesefähigkeit
„Start Frei“-Lehrermaterialien (Oldenbourg Schulbuchverlag)
o als Gruppentest mit der halben Lerngruppe durchzuführen
o Dauer ca. 45 Minuten
o Teil 1 einzusetzen kurz nach Beginn des 2. Schulhalbjahres, Teil 2 nach den Osterferien ca. Ende April/Anfang Mai
 
 
 
 
2. Unterrichtsbegleitende und -ergänzende Fördermaßnahmen
Fördern beinhaltet das Herstellen der grundlegenden Lernvoraussetzungen für den nächsten Lernschritt, während Üben die fortgesetzte Wiederholung und Anwendung des Gelernten beinhaltet.
Nach Auswertung der durchgeführten Diagnostik ist die Entwicklung, Umsetzung und Evaluierung von Fördermaßnahmen ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit in der Schuleingangsphase. Im unterrichtsbegleitenden und -ergänzenden Förderunterricht werden Fördermaßnahmen realisiert, die dem individuellen Förderbedarf entsprechen. Diese Fördermaßnahmen werden sowohl klassen- als auch jahrgangsübergreifend in den unterschiedlichen Bereichen angeboten:
 
o Arbeits- und Sozialverhalten 
o kognitives Lernen
o Psychomotorik
o Wahrnehmung
o Konzentration
 
Das Team in der SEP, bestehend aus den Klassenleitungen, den Fachlehrern, der sozialpädagogischen Fachkraft und den Förderschullehrern des KsF, entwickelt Förderpläne, die Umsetzung der Fördermaßnahmen in Binnen- und Außendifferenzierung und die Einteilung und Mitarbeit in den Lerngruppen des Förderbandes. 
Schülerinnen und Schüler, deren Basiskompetenzen noch nicht ausgeprägt sind, bekommen weitere Hilfen in Form zusätzlicher Angebote einer gezielten Basisförderung durch die sozialpädagogische Fachkraft. Zusätzliche Unterstützung beim Lernen erhalten die Schülerinnen und Schüler anhand individualisierter Förderpläne auf der Grundlage der durchgeführten Diagnostiken oder einzelner Beobachtungen.
 
 
2.1. Fördermaßnahmen im Bereich Schriftspracherwerb
Leichter lesen und schreiben lernen mit der Hexe Susi (Auer Verlag)
Diagnose und Förderung im Schriftspracherwerb
Übungen und Spiele zur Förderung der phonologischen Bewusstheit
o Trainingsband zum Rundgang durch Hörhausen, Trainingsverfahren baut auf der Diagnostik auf
o in eine Rahmenhandlung eingebunden
o sehr viel Bild- und Übungsmaterial 
o Trainingsprogramm kann mit einzelnen Kindern (Förderunterricht) aber auch mit der ganzen Klasse im Anfangsunterricht durchgeführt werden
o auch einzelne Bereiche können trainiert werden (Baukastensystem)
o begleitet den Leselernprozess 
 
Das Trainingsverfahren wird klassenübergreifend in der Schuleingangsphase eingesetzt. Alle Kinder mit Förderbedarf im Bereich der phonologischen Bewusstheit nehmen einmal wöchentlich am Förderunterricht teil.
 Die Förderung umfasst die Bereiche:
o Kenntnis der Lautstruktur der Sprache
o Identifikation einzelner Laute im Wort
o Einsicht in das alphabetische System der Sprache
o Einsicht in die Laut-Buchstaben-Korrespondenz
 
Pepino (Cornelsen)
Sprachfördermaterialien für den Kindergarten und die gesamte Grundschulzeit
o einzusetzen im Anfangsunterricht und von der 1. bis zur 4. Klasse im Bereich der  Sprachförderung
o bestehend aus Bildkartenkiste, Aufgabenkartei, Handreichungen
o schafft Sprachanreize
o geeignet für Kinder mit Migrationshintergrund und/oder mangelndem Sprachverständnis 
o gut einsetzbar im Förderunterricht in Kleingruppen
o Bereiche
1. Lautbewusstheit (Lautanalyse, Vokallänge, Reimbildung, Anfangs- und Endsilben)
2. Sprachwissen (Laut, Wort, Satz) 
3. Wortschatztraining (Begriffsbildung, Wer oder was, Einzahl/Mehrzahl, Artikel) 
4. Sprachförderung (Sätze beenden und berichtigen, Verben im Kontext, Nomen und Verben)
5. Hörverstehen (Wortfolgen einprägen, Wörter in Geschichten, Was ist nicht dabei?)
6. Lesen, Schreiben (Anfangsbuchstaben, Minimalpaare, Wortaufbau, Anlautwörter schreiben)
 
Klassen- und jahrgangsübergreifendes Arbeiten im Förderband
Anhand des Diagnoseverfahrens „Phonologische Bewusstheit bei Kindergartenkindern und Schulanfängern“ sowie der gezielten Beobachtungen werden alle Kinder klassen- und jahrgangsübergreifenden Fördergruppen zugeteilt. Jede Fördergruppe arbeitet mit zusätzlichem Material und entsprechenden Übungen individuell am Schriftspracherwerb weiter. Parallel dazu erfolgen je nach Förder- und Forderbedarf Übungen zum sinnerfassenden Lesen. 
Das klassen- und jahrgangsübergreifende Lernen im Förderband dient der Differenzierung sowohl der leistungsschwächeren als auch der leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler.
 
 
2.2. Fördermaßnahmen im Bereich Mathematik
Klassenübergreifender Förderunterricht im Bereich der Pränumerik
Die Entwicklung der kognitiven, also auch der mathematischen Fähigkeiten ist abhängig vom Grad der Integration der verschiedenen Wahrnehmungsbereiche. Das Kind erhält im Förderbereich „Pränumerik“ Informationen über einen oder mehrere Sinneskanäle, verarbeitet diese und fügt sie zu einem neuen Ganzen zusammen. Erst durch diese Verknüpfungen entwickeln sich Sprache, Gedächtnis und Orientierung in der Zeit und differenzierte mathematisch kognitive Strukturen.
Inhalte des Förderunterrichtes sind:
o Verständnis für Mengen und Teilmengen 
o Klassifikation
o geometrische Lagebeziehungen erkennen, fortsetzen
o Orientierung in der Zeit 
o Serialität
o Mengenauffassung, Simultanerfassung
o Menge-Ziffer-Zahlwort-Zuordnung
o Invarianz 
o Eins-zu-Eins-Zuordnung 
o Ordnungsrelation, Verständnis von mathematischen Begriffen
o Zählen
Weitere Fördermaßnahmen erfolgen im visuellen Bereich (Formkonstanz, Raumlage...) und im Bereich der Zahlbegriffsentwicklung mit verschiedenen handlungsorientierten Materialien (z. B. Logeo, Denkschule, Kieler Zahlenaufbau...) in Anlehnung an Piaget.
 
Fördergruppe FörSchL (Förderung rechenschwacher Schüler)
Diagnose und Förderung besonders rechenschwacher Schülerinnen und Schüler, ein Projekt in Lippe in Zusammenarbeit mit dem Institut für Mathematik, Bielefeld.
Schülerinnen und Schüler des 2. und 3. Jahrganges, die im Bereich Mathematik als besonders leistungsschwach auffällig geworden sind, werden nach einer intensiven Eingangsdiagnostik (Bielefelder Erstüberprüfung nach Prof. Schipper) überprüft. Anschließend erfolgt eine Förderstunde wöchentlich in einer Vierergruppe durch eine ausgebildete Förderlehrkraft 
Die Hauptsymptome für rechenschwache Kinder sind:
o Verfestigtes zählendes Rechnen
o Unsicherheiten im Stellenwertverständnis
o Grundvorstellungsdefizite
Zentrales Ziel dieser Fördereinheit ist die Ablösung vom zählenden Rechnen und das Heranführen an das Klassenniveau im Hauptauffälligkeitsbereich.
 
 
2.3. Weitere Fördermaßnahmen in der SEP
Visuelle Wahrnehmungsförderung
Visuelle Wahrnehmung ist die Fähigkeit, visuelle Reize zu erkennen, zu unterscheiden und sie durch frühere Erfahrungen und Assoziationen zu integrieren. (M. Frostig)
Bereiche der visuellen Wahrnehmung:
o Visuomotorik 
das Sehen mit den Bewegungen des Körpers oder Teilen des Körpers zu Fähigkeit koordinieren    
o Figur-Grund Wahrnehmung
Visuelle Reize werden auf die wichtigsten Merkmale selektiert. Die gewählten Reize bilden dabei die Figur. Die anderen Reize treten zurück und bilden den Grund      
o Wahrnehmungskonstanz
Fähigkeit Gegenstände unabhängig von Größe, Lage, Helligkeit, Farbe wieder   zu erkennen        
o Raum Lage Wahrnehmung
Wahrnehmung des Gegenstandes zur wahrnehmenden Person,  z.B. Entfernung einschätzen die gleichzeitig die eigene Bewegung bestimmt; Ausgangspunkt ist der Körper, der die Position der Raumlage reguliert; Grundvoraussetzung ist die eigene Körperwahrnehmung
o Räumliche Beziehung
Fähigkeit, die Lage von zwei oder mehr Gegenständen in Bezug zu sich selbst und zueinander wahrzunehmen (Präposition: auf/unter dem Tisch etc.)
o Visuelles Gedächtnis
Visuelle Reize in der richtigen Reihenfolge wieder erkennen
 
Die Fördermaßnahmen im Bereich der visuellen Wahrnehmung orientieren sich an einem individuell zusammengestellten Förderprogramm in Anlehnung an das Frostigprogramm sowie der Bergedorfer Basalen Förderkartei. Zusätzliche Übungen werden auch entnommen aus der CD Rom Ledl/Bettinger „Kinder beobachten und fördern“. Wichtig ist die Förderung mit handlungsorientiertem Material (Puzzle, Spiele, LÜK...)
 
Auditive Wahrnehmungsförderung
Auditive Wahrnehmung ist Fähigkeit, die unterschiedlichsten Höreindrücke differenziert wahrzunehmen, sich diese vorzustellen, zu verbalisieren und selbst produzieren zu können.
Bereiche der auditiven Wahrnehmung:
o Auditive Aufmerksamkeit
o Figur-Grund Wahrnehmung
o Lokalisation
o Diskriminierung
o Merkfähigkeit
 
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Phonologische Bewusstheit, die durch Förderung trainierbar ist. Man löst sich bei diesem Training vom Inhalt und richtet seine Aufmerksamkeit auf den formalen, lautlichen Aspekt der Sprache, um so Sprachstrukturen wahrzunehmen, sprachliche Einheiten (wie Wörter, Silben, Phoneme) zu identifizieren und zu unterscheiden. 
 
Die Fördermaßnahmen im Bereich der auditiven Wahrnehmung orientieren sich an einem individuell zusammengestellten Förderprogramm in Anlehnung an das Trainingsprogramm „Leichter lesen und schreiben lernen mit der Hexe Susi“ , der Bergedorfer Basalen Förderkartei. sowie der Hörbox des Hörclubs. Zusätzliche Übungen werden auch entnommen aus der CD Rom Ledl/Bettinger „Kinder beobachten und fördern“. Wichtig ist auch hier die Förderung mit handlungsorientiertem Material.
 
Psychomotorik
Der Förderunterricht im Bereich Psychomotorik findet jahrgangsübergreifend statt. 
Inhalte sind die Förderung der kindlichen Entwicklung durch das Zusammenwirken von Bewegung, Denken, Fühlen und Orientieren im Spiel mit anderen Kindern. Bei allen motorischen Aktionen ist eine Reihe von psychischen Faktoren beteiligt, die Wahrnehmung und Verhalten beeinflussen. Eine gestörte kindliche Wahrnehmung kann zu unangepassten Handlungen führen, die entsprechende Reaktionen der Umwelt bewirken. Durch eine gezielte Beeinflussung von Wahrnehmungen und Handlungen versucht die Psychomotorik die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder zu fördern.
Ziele sind:
o Basale Förderung durch Training der sensomotorischen Fähigkeiten
o Förderung der Wahrnehmungsbereiche als Voraussetzung für schulisches Lernen
o Erweiterung der personalen und sozialen Kompetenz
o Verbesserung der Bewegungskoordination 
o Steigerung der Konzentrationsfähigkeit 
o Hilfestellung zur Kooperation und Angstüberwindung
 
Graphomotorik
Obwohl die Motivation bei den Schulanfängern für das Schreibenlernen vorhanden ist, nehmen Probleme im Bereich des Schrifterwerbs zunehmend einen immer größeren Raum ein. Stehen die graphomotorischen Auffälligkeiten zunächst noch relativ isoliert da, müssen die Schwierigkeiten mit zunehmender Dauer doch umfassender als psychomotorisches Problem, das die Schulleistungen verstärkt beeinträchtigen  kann, verstanden werden. Es  besteht somit eine enge Verzahnung mit den Basiskompetenzen Motorik, visuelle und taktile Wahrnehmung, Kognition und Emotionen  sowie der Lateralität. Eine Förderung im Bereich Graphomotorik ist immer ganzheitlich zu sehen.
Graphomotorik umfasst:
o motorische Fähigkeiten
o Wahrnehmungsfunktionen
o Funktionsspezialisierung (Händigkeit)
o kognitive Fähigkeiten
 
Konzentration
Ergänzend zu dem Konzept der Psychomotorik und der Allgemeinen Lernförderung ist das Förderangebot in dem Bereich Konzentration und Entspannung zu sehen. 
Immer mehr Schülerinnen und Schüler haben Schwierigkeiten, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren und können ihr Leistungspotential nicht ausschöpfen. Häufig entstehen aus diesen Schwierigkeiten Lern-, Schul- und auch Verhaltensprobleme.
Die Fähigkeit der Konzentration ist Voraussetzung für das Lernen. Sich konzentrieren bedeutet also für die Schüler, die Aufmerksamkeit auf den Lernstoff zu richten, den sie sich merken müssen. Dies gelingt nicht allen Schülern in gleichem Maße. Häufig sind bei den Schülern in diesem Zusammenhang auch vermehrt Wahrnehmungsstörungen im auditiven, visuellen oder taktil-kinästhetischen Bereich zu beobachten. Daher ist der Bereich der Konzentration und Entspannung nicht isoliert zu sehen, eine Förderung in diesem Bereich geht immer auch einher mit einer Förderung der Basiskompetenzen.
 
 
3. Individuelle Förderung im Rahmen einer äußeren Differenzierung 
Äußere Differenzierung, § 4 AO-GS
 (1) Schülerinnen und Schüler werden durch die Grundschule individuell gefördert. Dies gilt vor allem für Kinder, die besonderer Unterstützung bedürfen, um erfolgreich am Unterricht mitarbeiten zu können. Das Schulische Förderkonzept kann Maßnahmen der äußeren Differenzierung wie der inneren Differenzierung sowie zusätzliche Förderangebote umfassen.
(2) Sofern die Förderung in äußerer Differenzierung an die Stelle des nach der Stundentafel vorgesehenen Unterrichts tritt, erstreckt sie sich auf höchstens die Hälfte der wöchentlichen Unterrichtszeit und bedarf des vorherigen Einverständnisses der Eltern. Während der übrigen Zeit nimmt die Schülerin oder der Schüler am Unterricht ihrer oder seiner Klasse teil.
 
Förderkonzept Lerntreff
Zur individuellen Förderung hat die Grundschule Schötmar-Holzhausen ein schulinternes Förderkonzept entwickelt. Die Förderung in äußerer Differenzierung ist dabei ein Baustein der individuellen Förderung in der Schuleingangsphase.
Die besondere Förderung in der Schuleingangsphase erfolgt sowohl in innerer als auch in äußerer Differenzierung durch eine zusätzliche sozialpädagogische Fachkraft. Kinder, die aufgrund intensiver Beobachtung und qualifizierter Gruppen- und Einzeldiagnostiken besonderen Förderbedarf erkennen lassen, werden im Lerntreff in einer kleinen Gruppe von zehn Kindern mindestens zwei Stunden pro Tag in den Fächern Deutsch und Mathematik individuell gefördert. Die Maßnahmen der äußeren Differenzierung finden an unserer Schule in einem eigenen Raum mit festem Unterrichts- und Fördermaterial für die Lern- und Wahrnehmungsbereiche statt.
Diese Form der Förderung erfolgt in der Regel ab den Herbstferien und ist eine zeitlich begrenzte Maßnahme, die nicht generell über ein ganzes Schuljahr hinweg läuft. Im Rahmen der äußeren Differenzierung können die Schüler in einer kleinen Lerngruppe ihrem individuellen Lerntempo entsprechend arbeiten, unterstützt von intensiver Lehrerhilfe.
Diese Förderung findet ausschließlich am Standort Schötmar.
Bevor ein Kind mit äußerer Differenzierung gefördert wird, werden die Eltern in einem Elterngespräch über die Inhalte und Ziele der Fördermaßnahme informiert. Nachdem die Eltern ihr Einverständnis bzgl. der Fördemaßnahme gegeben haben, beginnt die Förderung in den Bereichen Deutsch und Mathematik nach den Herbstferien. In Einzelfällen kann, sobald im laufenden Schuljahr zusätzlicher Förderbedarf festgestellt wird, ein Kind auch während des Schuljahres in das Lerntreff wechseln. Ebenso ist es individuell unterschiedlich, zu welchem Zeitpunkt oder in welchen Fächern einzelne Kinder wieder im Klassenverband unterrichtet werden. 
 
Schwerpunkte der äußeren Differenzierung
Eigenes Stundenkontingent
Eigener Klassenraum mit Arbeits- und Spielecken Individuelle Arbeitsphasen
o Freies und gemeinsames Spielen
Eigenes (zusätzliches) Unterrichts- und Fördematerial
Zeit 
o um Entwicklungsrückstände aufholen zu können
o für individuelle Unterstützung
o für Lob und Anerkennung
o zum Erzählen und Zuhören
o für Erfahrungen im sozial-emotionalen Bereich
o für das Einüben von Regeln und Ritualen
 
 
4. Förderpläne für die Schuleingangsphase 
Aus den Lernstandsdiagnosen und Beobachtungsprotokollen lassen sich Ergebnisse und Folgerungen gewinnen, die ein schnelles und produktives Eingreifen in die Lernprozesse der Kinder ermöglichen. Mit dem Erkennen bereits vorhandener Stärken und Schwächen und dem frühzeitigen Bemerken von entstehenden Schwierigkeiten sollen Lernwege positiv beeinflusst, Misserfolge vermindert und im günstigsten Fall auch verhindert werden. Das frühe Erkennen besondere Stärken und Fähigkeiten führt ebenfalls dazu, geeignete Maßnahmen zu ergreifen und die erkannten Befähigungen durch gezielte Fördermaßnahmen zu stärken und auszubauen. Auch dies wird in einem Förderplan dokumentiert.
Die diagnostischen Aufgaben beziehen sich auf überschaubare Themenkomplexe und sollen von den Kindern in angemessener Zeit zu bearbeiten sein. Die einzelnen Themen beziehen sich sowohl auf die Vorerfahrungen der Kinder, die sie in den jeweiligen Bereichen einbringen, als auch auf das Verstehen und Anwenden der Unterrichtsinhalte.
 
Ergänzt werden diese Diagnostiken durch umfangreiche Beobachtungen, die u. a. mit Hilfe von Beobachtungsbögen dokumentiert werden. Diese enthalten Aussagen zu den Lernleistungen, dem Lernverhalten und dem jeweiligen Leistungsstand des einzelnen Kindes.
Die Beobachtungen und Diagnostiken sind Grundlage für Förderpläne, Lernhilfen und beratende Elterngespräche. Der Lernstand und der Lernprozess kann so präzise verdeutlicht werden. Eine Evaluation der Förderpläne erfolgt ca. alle 12 Wochen. Lehrer erkennen so Fortschritte oder Stillstand im Lernen der Schülerinnen und Schüler, Eltern erhalten auf diese Art Transparenz über den „Weg des Lernens“ ihrer Kinder und werden nicht nur mit dem aktuellen Ergebnis konfrontiert. Des  Weiteren sollen Eltern gezielt in die Förderung ihrer Kinder einbezogen werden. Sie bestätigen die Kenntnisnahme des Förderplanes durch ihre Unterschrift.
Um einerseits auf die vielfältigen Förderbedürfnisse und –ursachen möglichst umfassend eingehen aber andererseits auch möglichst flexibel und praktikabel vorgehen zu können, ist eine Förderplandatei entstanden, die allen Lehrkräften zur Verfügung steht und am Computer bearbeitet werden kann. In dieser Datei können die Bereiche bearbeitet werden, die für ein Kind von Bedeutung sind. Alle anderen Bereiche werden gelöscht. Ein Ausdruck des gesamten Förderplans befindet sich im Anhang. 
 
 
5. Leseförderung
Angesichts des hohen Anteils von Kindern mit Migrationshintergrund an unserer Schule ist es notwendig, im Deutschunterricht die Lesekompetenz verstärkt zu beobachten und zu fördern.  
 
Der Kriterienkatalog orientiert sich an den Aufgabenschwerpunkten aus den Richtlinien:
o Über Lesefähigkeiten verfügen
o Über Leseerfahrungen verfügen
o Texte erschließen/Lesestrategien nutzen
o Texte präsentieren
o Mit Medien umgehen
 
 
1./2. Schuljahr
Im 1. Schuljahr ist es wichtig, zunächst die Lesefreude zu wecken und damit das selbstvergessene Lesen anzubahnen. Dazu nutzen wir Klassenlektüren, das Vorlesen durch die Lehrkraft, das Angebot von Klassenbüchereien und ansprechend eingerichteten Leseecken für freie Lesezeiten. Darüber hinaus dürfen die Kinder eigene Lieblingsbücher in den Unterricht mitbringen und vorstellen. 
Für die Klasse gibt es zusätzlich ein computergestütztes Leseförderprogramm, z.B. Antolin, Lernwerkstatt.
Am Ende des zweiten Schuljahres oder im 1. Halbjahr des 3. Schuljahres sollen die Kinder bei einem Unterrichtsgang in die Stadtbücherei diese Institution kennen lernen und die Möglichkeit haben, einen Leseausweis zu beantragen. 
Zu allen gelesenen Texten geben wir den Kindern vom 2. Schuljahr an regelmäßig Aufgaben zur Überprüfung des inhaltlichen Verständnisses. Dies kann in mündlicher oder in schriftlicher Form geschehen. Da viele Schüler aufgrund ihrer mangelnden Sprachkompetenz auch alltägliche Begriffe oft nicht verstehen, ist es tägliche Unterrichtspraxis Wortbedeutungen zu klären. 
Weitere Möglichkeiten, das Textverständnis zu kontrollieren, sind bildnerische Aufgaben, Rollenspiele sowie szenische Darstellungen aller Art.
 
 
6. Diagnostik und Fördermaßnahmen für Kinder mit Migrationshintergrund  
Durch den hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund müssen an unserer Schule besondere Maßnahmen getroffen werden, um das angestrebte Bildungsziel der Grundschule zu erreichen. Zum einen werden Fördermaßnahmen zum sicheren Erwerb der deutschen Sprache im mündlichen, vor allem aber auch im schriftlichen Bereich angeboten. Alle Fördermaßnahmen dienen der gezielten Behebung von Sprach- und Lerndefiziten und zugleich dem übergreifenden Ziel der Integration.
 
Die Förderung im sprachlichen Bereich setzt sofort im ersten Schuljahr durch eine Förderung im Bereich DAZ (Deutsch als Zweitsprache) ein. Zeitgleich wird für die Mütter der Kinder ein Sprachkurs mit zusätzlichen integrativen Elementen angeboten. 
 
Eine weitere Fördermaßnahme ist das Projekt „Rucksack“ am Standort Schötmar. 
Das „Rucksackprogramm“ für die Grundschule, konzipiert von der RAA - Essen (Regionale Arbeitsstelle für ausländische Kinder und Jugendliche), umfasst die Sprachförderung und Elternbildung für Mütter mit Zuwanderungsgeschichte. 
 
 
 
6.1. Diagnostik und Förderung zu Beginn und im Laufe der SEP
Diagnostik
Ein Teil der folgenden Diagnostik wird im Rahmen des Gesamtkonzeptes auch für alle Kinder angewandt.
 
o Gruppentest zur Früherkennung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten (Reinhardt Verlag)
o Gruppentest zur Früherkennung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten nach  Barth/Gomm (Phonologische Bewusstheit bei Kindergartenkindern und Schulanfängern)
 
Fördermaßnahmen im Bereich Schriftspracherwerb
Leichter lesen und schreiben lernen mit der Hexe Susi (Auer Verlag)
Pepino (Cornelsen) Wortschatztraining
Klassenübergreifendes Arbeiten im Förderband
Anlaute hören, Reime finden, Silben klatschen
Anweisungen auf CD in Muttersprache
Xa-lando (Schöningh Verlag
 
 
 
III Förder- und Forderkonzept in den Jahrgangsstufen 3 und 4
 
1.Einleitung
Jedes Kind soll bezogen auf seine individuellen Stärken und Schwächen durch differenzierenden Unterricht und ein anregungsreiches Schulleben nachhaltig gefördert werden.
Dabei sollen die besonderen Begabungen und Neigungen sowie die Schwierigkeiten beim Lernen berücksichtigt werden. Grundlegend hierfür ist die Kenntnis der individuellen Lernausgangslage. Eine ständige Beobachtung der Lernentwicklung als Grundlage der individuellen Förderung und Forderung ist somit unumgänglich. 
 
1. Unterrichtsbegleitende und -ergänzende Förder- und Fordermaßnahmen
    Förder- und Fordermaßnahmen werden klassenübergreifend 
    in unterschiedlichen Bereichen angeboten. Hierbei wirken 
    neben den Klassenleitungen auch die Fachlehrer und die 
    Förderschullehrer des KSF mit. Sie entwickeln Förderpläne 
    und setzen die Förder- und Fordermaßnahmen in Binnen- 
    und Außendifferenzierung um. Zusätzliche Unterstützung 
    beim Lernen erhalten die Schülerinnen und Schüler anhand 
    individualisierter Förderpläne aufgrund der individuellen 
    Beobachtungen.
 
 
1.1 Förder- und Fordermaßnahmen Deutsch
Das klassenübergreifende Lernen im Förderband Deutsch dient der Differenzierung sowohl der leistungsschwächeren als auch der leistungsstärkeren Schüler. 
In den Jahrgangsstufen 3 und 4 werden im Förderband Deutsch folgende Gruppen angeboten: 
Im Bereich der Förderung: Rechtschreiben, Sprachgebrauch, Lesen
Im Bereich der Forderung: Lesen, Textproduktion
An beiden Schulstandorten wird eine zusätzliche LRS – Förderung einmal pro Woche angeboten.
Am Standort Schötmar wird aufgrund des hohen Anteils von Kindern mit Migrationshintergrund die Lesekompetenz im Deutschunterricht verstärkt gefördert.
 
 
Leseförderung im 3. / 4. Schuljahr
Im 3. / 4. Schuljahr steht der Umgang mit längeren Texten (Klassenlektüren) im Mittelpunkt. Neben der gemeinsamen Lektüre ist das individuelle Lesen von eigenen Büchern oder Büchern aus der Klassenbücherei sowie selbstverfassten Texten, die im Unterricht entstanden sind, Bestandteil der Leseerziehung. Hierbei geht es neben der Lesefreude auch wieder um das Überprüfen des inhaltlichen Verständnisses sowie um das Nutzen von Lesestrategien. Voraussetzung für das individuelle Lesen ist die Fähigkeit des stillen Lesens. 
Aufbauend auf den Methoden des 1. und 2. Schuljahres  erden auch im 3. und 4. Schuljahr bildnerische Aufgaben sowie szenische Darstellungen zur Überprüfung des inhaltlichen Verständnisses genutzt und ausgebaut. Weitere Methoden sind antizipierendes Lesen, ergänzendes Lesen, vergleichendes Lesen und betontes Lesen. Beim Schreiben von Nacherzählungen werden Texte rekonstruiert.
Das Computerprogramm „Antolin“ ermöglicht es Kindern, ihr Verständnis selbstgewählter Lektüren anhand eines Fragenkataloges selbständig zu überprüfen. Die Vergabe von Punkten ist für die Kinder ein Anreiz, viel zu lesen und fördert die Motivation zur außerschulischen Lektüre. „Antolin“ eignet sich auch gut für Freiarbeitsphasen sowie Tages- oder Wochenpläne und trägt somit zum eigenständigen und selbstverantwortlichen Lesen bei. Regelmäßige Lesezeiten geben den Kindern den Freiraum, sich mit selbstgewählten Texten und Büchern zu beschäftigen. Wie schon im 1. und 2. Schuljahr müssen die Kinder im 3. und 4. Schuljahr eigene Bücher vorstellen. Dabei verfassen sie auch bereits kurze Wiedergaben der Texte und schreiben eigene Bewertungen.
Einen Höhepunkt des 3. Schuljahres bildet die Autorenlesung, die in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei durchgeführt wird. Hier kommen die Kinder auf Tuchfühlung mit Schriftstellern und erhalten Einblicke in die Entstehungsprozesse von Kinderbüchern. Häufig führt dieses Erlebnis zu einem Lesemotivationsschub bei den Kindern. 
 
Eine besondere Bedeutung hat das Lesen von Sachtexten, da die Schüler nur sinnvoll mit solchen Texten arbeiten können, wenn sie diese verstehen. Deshalb wird im 3. Schuljahr systematisch das informierende Lesen verstärkt geübt. Die Schüler lernen, wichtige Textstellen zu erkennen und zu markieren. Bei der Nutzung von Bücherkisten, die die Stadtbücherei zu Sachunterrichtsthemen zusammenstellt, erkennen die Schüler die Bedeutung von Texten für die Entnahme und das Verwerten von Informationen. Hinzu kommen Internettexte, die die Kinder im 4. Schuljahr auch bereits selbständig suchen. Wichtig ist dabei auch das Vorstellen der aus den Texten gewonnenen Informationen. Dabei sollen möglichst viele Kinder zum Zuge kommen. Als effektive Möglichkeiten bieten sich zum Beispiel der Doppelkreis oder die Expertenmethode an.
 
Ein weiterer Teilbereich der Lesekompetenz ist das ausdrucksstarke Vorlesen, aber auch das Vortragen von auswendig gelernten Gedichten. Einen Übungsanreiz bietet hier der Vorlesewettbewerb der Stadtbücherei. Insbesondere wird dabei das sinngebende und genau artikulierte Vortragen zunächst  vor der eigenen Klasse und dann vor einer größeren unbekannten Gruppe trainiert. 
An unserer Schule gibt es eine große Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die massive Schwierigkeiten beim selbständigen Erlesen von Texten hat. Das häusliche Umfeld vieler Kinder bietet wenig Lesemotivation. Wir versuchen dieser Tatsache entgegenzuwirken, indem wir den Schülern die Möglichkeit geben, Bücher aus der Klassenbücherei auszuleihen.
In Leseförderstunden können alle oben genannten Methoden mit Kleingruppen intensiver durchgeführt werden. Dabei wird sowohl an der Sinnentnahme als auch an der Lesetechnik gearbeitet. Diese Stunden bieten auch eine gute Möglichkeit, auf Wortbedeutungen intensiv einzugehen, da viele unserer Schüler aufgrund ihrer mangelnden Sprachkompetenz hier Schwierigkeiten haben. 
 
 
2.2. Förder- und Fordermaßnahmen Mathematik
Wie auch im Bereich Deutsch finden im Bereich Mathematik klassenübergreifende Förder- und Fordermaßnahmen statt. Themenbereiche der Fordermaßnahmen sind z.B. besondere geometrische Aufgabenstellungen, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Knobelaufgaben.
 
 
2.3. Weitere Förder- und Fordermaßnahmen in den Jahrgängen 3 und 4
Auditive Wahrnehmungsförderung
Am Standort Schötmar findet wöchentlich ein ausgewähltes Förderprogramm, der „Hörclub“, für Schüler des 3. Jahrgangs statt.
 
Soziokulturelle Förder- und Forderung
Beide Standorte nehmen an dem Projekt „Kulturstrolche“ teil. Es dient dazu, Kindern aus bildungsfernem Umfeld, Einblicke in kulturelle Einrichtungen zu ermöglichen. Vom 2. bis zum 4. Schuljahr haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit Kultur auszuprobieren und selbst zu entdecken, was ihnen gefällt und besonders Spaß macht.
 
motorische Förder- und Fordermaßnahmen
Begleitendes Training der Wahrnehmung und Schulung der Sinne und der Motorik erfolgt im Rahmen der Radfahrausbildung im 4. Schuljahr und am Projekttag „Sicherheitstag“.
 
Fordermaßnahmen im sportlichen Bereich 
An beiden Standorten werden die Kinder dazu angeleitet und ermutigt, besondere sportliche Leistungen zu erbringen. Dazu gehört:
Abnahme des deutschen Schüler – Sportabzeichens
Teilnahme an regionalen und überregionalen Sportwett-kämpfen im Schwimmen, Leichtathletik und Fußball
 
Fordermaßnahmen durch außerschulische Kooperationspartner 
In Kooperation mit der städtischen Musikschule wird am Standort Schötmar Keyboardunterricht  und Standort Holzhausen Gitarrenunterricht in Kleingruppen angeboten.
 
Fördermaßnahmen zur Gewaltprävention und Persönlichkeitsentwicklung
Eine wichtige Aufgabe der Grundschule ist es, Kinder zu einem gewaltfreien Miteinander zu erziehen. Dies ist ein fester Erziehungsgrundsatz unserer Schule und wird von den Lehrkräften auch im Rahmen zusätzlicher Angebote umsetzt.
Im Konzept „Soziales Lernen“ wird dies ausführlich erläutert. Die Kinder der 4. Klassen übernehmen Patenschaften für die Erstklässler und unterstützen ihre Patenkinder besonders in den ersten Schulwochen.
 
Förder- und Fordermaßnahmen durch Arbeitsgemeinschaften
Auf die besonderen Interessen und Neigungen der Kinder gehen wir an beiden Standorten mit einem vielfältigen Angebot an Arbeitsgemeinschaften ein. Momentan werden folgende Arbeitsgemeinschaften angeboten:
° Kochen
° Werken
° Künstlerisches Gestalten
° Fadengrafik
° Computer
° Spiele
° Theater
° Schach
° Garten
° Buddy
 
Förderplanung 
Informationen – aktueller Stand

Förderdiagnostik wird vor allem dadurch charakterisiert, dass sie nicht bei der Erhebung eines individuellen Förderbedarfs, d. h. bei der Beschreibung von Ressourcen und Potenzen, Defiziten und Problemlagen stehen bleibt, sondern auf die individuelle Förderung, auf eine Entwicklung des Schülers zielt.

Der Förderplan stellt für den betroffenen Schüler das eigentliche Hilfeangebot dar - er entwirft Angebote für ihn und schlägt Bedingungsarrangements vor, die einer Entwicklung der Persönlichkeit in die gewünschte Richtung und der Verminderung individueller Problemlagen dienlich sein könnten. Er besitzt eine immense Bedeutung für die pädagogische Arbeit. Als Plan schafft er für den Fördernden die Möglichkeit des zielgerichteten, strategischen Handelns über einen längeren Zeitraum und antizipiert angestrebte Entwicklungen. Darüber hinaus gibt er handelnden Pädagogen eine notwendigkeitsbezogene Orientierung in der Vielfalt der Handlungsmöglichkeiten.

 

Erstellen von individuellen Förderplänen (entnommen aus Netzwerk Zukunftsschulen NRW, 2013)

Begabungsförderung ist individuelle Förderung, die in NRW im Rahmen einer Individualisierung von Bildungsgängen ihren Platz hat. Individuelle Förderung wird durch Förderplanung, d.h. einem jeweiligen Förderplan, der den Prozess des individuellen Lernens begleitet, dokumentiert.

Bei der Erstellung des Förderplans steht neben dem, was gelernt werden soll, vor allem im Mittelpunkt, was ein/e Schüler/in braucht für das Lernen. Davon ausgehend werden Ziele entwickelt, von denen Handlungsideen als „kleine Schritte“ abgeleitet werden.

Ziele gehen von der aktuellen Lernausgangslage, den individuellen Fähigkeiten (Stärken), Lernschwierigkeiten und den Bedingungen für Unterstützungsangebote durch alle Beteiligten (Schule, Eltern u.a.) aus. Dies ist die Basis für die wahrnehmbare Ermutigung des Schülers, der Schülerin zum zielorientierten Versuchen der „kleinen Schritte“ (= Handlungen).

Individuelle Förderpläne nehmen daher Inhalte, Lern- und Arbeitsstrategien, Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen in den Blick. Voraussetzungen für konkrete Förderpläne sind Recherchen bei allen Beteiligten (Schüler/in, Eltern, Schule (Fachkollegen), Freunde, evt. Psychologen u.a.). Die Selbsteinschätzung der Schüler/innen ist dabei für den Erfolg der Förderung besonders wichtig.

 

Schulen haben eigene Raster für Förderpläne erstellt, in denen die nachfolgenden Schwerpunkte der Recherchen in einem schnellen Zugriff erfasst werden können:

-Stärken, Interessen (Fähigkeiten, Begabungen), Leistungen in den Fächern und in weiteren

(auch außerschulischen) Bereichen

-Lern- und Arbeitsstrategien (Methodenkenntnisse, ergebnisorientiertes Arbeiten u.a.)

-Verhaltens- und Entwicklungsbeobachtungen (kognitiv, affektiv, sozial, sprachlich, motorisch)

-Physische und psychische Konstitution (Gesundheit, Persönlichkeits-merkmale, Gefühle u.a.)

 

Durchführungsleitfaden für das Erstellen eines individuellen Förderplanes

Bestandsaufnahme (= Problembeschreibung anhand der Recherchen)

Dokumentation von Konsens und Dissens (= Reaktionen auf das Problemverhalten, bisheriger Umgang mit dem Problem)

Klärung der (Förder)-Bedingungen ( Möglichkeiten, Grenzen, Ressourcen bei Schüler/in, Eltern, Schule, u.a.)

Festlegen eines vorrangigen Veränderungsbereiches (Prioritätensetzung der möglichen Förderziele) und Entwickeln von möglichen Lösungsideen, Förderstrategien, Handlungsschritten, Unterstützungsangeboten aller Beteiligten

Zielformulierung und verbindlicher schriftlicher Plan für die Durchführung mit „Zwischensicherungen“ (Rückmeldungen u.a.); Festlegung von wenigen, aber konkreten Maßnahmen und Projekten

Festlegen eines verbindlichen Zeitraumes für die Zielerreichung (= Überprüfung der Wirksamkeit) und ggf. Fortschreibung

 

Qualitätskriterien für Förderplanarbeit

Die Qualität von Förderdiagnostik insgesamt und mithin auch für den Prozess der Förderplanung bezieht sich auf drei Ebenen:

Strukturqualität: Sie benennt die Rahmenbedingungen, die erfüllt sein müssen, um die beabsichtigten Leistungen zu erbringen; z.B. räumliche, sächliche und personelle Voraussetzungen; das Vorhandensein eines rechtlichen Rahmens.

Prozessqualität: Diese bezieht sich auf die Planung, Strukturierung und den Ablauf der beabsichtigten Leistungserbringung. Die Verfahrensschritte sind systematisch aufeinander abgestimmt und schriftlich vereinbart; z. B. individuelle Förderpläne 

Ergebnisqualität: Sie beschreibt den Zielerreichungsgrad. Dabei wird das tatsächliche Ergebnis aus den Entwicklungsprozessen in der Förderdiagnostik mit dem angestrebten Ziel verglichen. Neben einer Selbstkontrolle der Lehrerinnen und Lehrer spielt die Einschätzung der Schüler, Eltern und der Mitarbeiter der Einrichtungen bzw. Institutionen im Netzwerk eine wichtige Rolle. Die Überprüfung findet kontinuierlich statt und dient der Weiterentwicklung der Förderdiagnostik.

 

 

Prozedere am Grundschulverbund

Zielgruppe

Förderpläne werden erstellt, wenn

  1. ·    Schülerinnen und Schüler sich im Laufe des Schuljahres in einem oder mehreren Fächern verschlechtern;
  2.  im Halbjahreszeugnis die Noten mangelhaft oder schwach ausreichend sind;
  3.  im zweiten Halbjahr mit gefährdeter Versetzung angemahnt wird;
  4. starke Verhaltensprobleme von der Schülerin / dem Schüler gezeigt      werden. 

Für alle Schülerinnen und Schüler, die besondere Förderung und Forderung (über die Stundentafel hinaus) erhalten werden Förderpläne erstellt.

Dies betrifft

 

  • ·      Kinder, die an einer besonderen sprachlichen Förderung  der Auffangklasse teilnehmen;
  • Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen des KsF eine besondere Förderung durch eine Sonderpädagogin / einen Sonderpädagogen erhalten;
  • Kinder, die an der Förderung KED teilnehmen;
  • Schülerinnen und Schüler, die in einer besonderen LRS-Gruppe gefördert werden;
  • Schülerinnen und Schüler, die in Mathe+ gefordert werden;
  • teilnehmende Kinder an Angeboten des sozialen Lernens;
  •  Kinder, die eine Integrationsmaßnahme erhalten;

 

Erstellung und Aufbewahrung der Förderpläne

Die Förderplanung nimmt die Lehrkraft, die die Förder- oder Fordermaßnahme durchführt, vor. Sie arbeitet dabei in enger Absprache mit der Klassenlehrerin.

Förderpläne werden mindestens einmal im Schulhalbjahr - in der Regel quarteilsweise - weiterentwickelt und sind von den Eltern zu unterschreiben.

Die Förderpläne verbleiben bei der Klassenlehrerin, sind der Schulleitung in der Woche vor den Osterferien und nach Bedarf (Erstellung eines AOSF, Elternberatung durch die Schulleitung, Aufforderung zur Einsicht seitens der Schulaufsicht, Wechsel des Kindes in eine andere Schule) vorzulegen.